Informationen zur Behandlung in der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

 

Informationen zur Behandlung in der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Eine psychosomatisch-psychotherapeutische Behandlung ist mit vielen Fragen verbunden und bedarf deshalb einer weitergehenden Erläuterung. Wir möchten deshalb ausführlich zu unserer wohnortnahen, intensiven, stationären Behandlung informieren. Sie können sich auch durch unsere Broschüre für die Fachöffentlichkeit oder durch unseren Flyer mit der Behandlung vertraut machen. Beides ist über das Sekretariat der Klinik  unter Telefon: (0 42 43) 415-30 200 oder als Download zu beziehen.

 

Informationsbroschüre als PDF-Datei zum Download (1,3 MB)

Informationsflyer als PDF-Datei zum Download (303 KB)

 

 

 

Wen behandeln wir

In der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie werden Menschen behandelt, die unter Angst- und Panikstörungen, Depressionen, Zwangsstörungen, Belastungsreaktionen, psychosomatischen Erkrankungen, Essstörungen oder Persönlichkeitsstörungen leiden. Für alle Störungsbilder wird die stationäre Behandlungsbedürftigkeit vorab eingeschätzt.
Nicht behandeln können wir Krankheitsbilder wie organische Psychosen, affektive Störungen mit psychotischen Symptomen, schizophrene oder andere wahnhafte Störungen sowie Menschen, die sich in einem akut suizidalen Zustand befinden. Hierfür steht das stationäre oder tagesklinische Angebot unserer Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie zur Verfügung.

 

Information zur Aufnahme

Vor einer Aufnahme bitten wir immer zu einem Vorgespräch im ambulanten Rahmen mit einem Mitarbeiter unseres therapeutischen Personals. Dies dient zur diagnostischen Einschätzung. Patienten haben zudem die Möglichkeit, sich über die Behandlung umfangreich zu informieren. Erwartungen und Ziele können so abgestimmt werden.

Die Anmeldung zum Vorgespräch kann durch den Haus- oder Facharzt, aber auch vom Patienten selbst erfolgen. Bitte fragen Sie nach unter der Nummer (0 42 43) 415-30 200 (Telefonnummer des Sekretariats).

Danach erfolgt die Aufnahme zur Krankenhausbehandlung auf den üblichen Wegen mittels Einweisung durch den Haus- oder Facharzt.

 

Therapiekonzept

Unser therapeutisches Vorgehen passen wir an die individuellen Veränderungsziele und die jeweiligen Krankheitsbilder unserer Patienten an. Die Therapie zielt vor allem darauf ab, die Symptomatik zu reduzieren. Dazu werden möglicherweise vorliegende Symptome verursachende Belastungen und Konflikt, die auch unbewusst sein können, bearbeitet. Ebenso können Fähigkeiten neu oder wieder erlernt bzw. verbessert werden, um die Beschwerden zu reduzieren. (z. B. sich selbst und andere achtsam wahrnehmen, gesundheitsbewusst mit sich umgehen oder soziale Beziehungen befriedigender gestalten)
Auf der Grundlage dieses tiefenpsychologischen Krankheitsverständnisses kommen verhaltens- und familientherapeutische sowie körper-, kunst- und musiktherapeutische Methoden zur Anwendung. Insbesondere unser gruppenorientiertes Vorgehen ermöglicht die Auseinandersetzung mit Schwierigkeiten in Beziehungen (z.B. bei den Themen Bedürfnisse angemessen äußern, Grenzen setzen, Hilfe annehmen können) und mit inneren Konflikten. Symptome verursachende Erlebens- und Verhaltensweisen können erkannt und verändert sowie Gesundheit erhaltende Erlebens- und Verhaltensweisen eingeübt werden. Weitere Inhalte der Behandlung können sein:

  • Entwicklung eines individuellen Krankheitsmodells mit Ideen zu den Ursachen der Erkrankung
  • Bewältigung der Krankheitserfahrung und ihrer Folgen
  • Wiedererlangung motivierender Zielsetzungen
  • Verantwortungsübernahme für die eigenen Besonderheiten
  • Positive Erfahrungen mit einem psychotherapeutischen Behandlungsangebot zur Vorbereitung auf eine ambulante psychotherapeutische Behandlung


Der vielschichtige Behandlungsansatz gewährleistet auch die Behandlung von Patienten mit Mehrfachdiagnosen und mit komplexen Problemlagen.

  • Durch den Abstand vom häuslichen und beruflichen Umfeld können sich Veränderungen leichter vollziehen. Die wohnortnahe Behandlung erlaubt zusätzlich auch eine gezielte therapeutische Einbeziehung des Lebensumfeldes. Neben der Abstimmung der Therapieziele auf die aktuellen Lebensaufgaben und Lebensanforderungen kann das psychosoziale Umfeld des Patienten durch folgende Maßnahmen mit einbezogen werden:
  • Die Arbeit des Sozialdienstes z.B. durch Unterstützung bei der sozialen und finanziellen Absicherung, Unterstützung beim Kontakt mit Institutionen wie ARGE, Jugendamt.
  • Angehörigengespräche, um Informationen zu den Krankheitsbildern zu geben, aber auch den Verlauf der Erkrankung, wie ihn die Angehörigen erlebt haben, mit in die Behandlungsplanung aufnehmen zu können.
  • Die Möglichkeit in Belastungserprobungen, Gelerntes direkt an den aktuellen Problemen im Lebensumfeld zu verbessern.
  • Eine umfangreiche Entlassungsvorbereitung z.B. auch durch eine Integration in das Arbeits- und Berufsleben oder durch eine enge Kooperation mit den Weiterbehandlern.
  • Die Übertragung und Aufrechterhaltung der stationären Behandlungsergebnisse durch Teilnahme an einer Nachsorgegruppe in unserer Institutsambulanz bis zum Übergang in die ambulante Weiterbehandlung.

 

Therapieangebot

Zu Beginn der Behandlung erfolgen immer eine körperliche Untersuchung mit der damit verbundenen notwendigen medizinischen Diagnostik und eine umfangreiche psychologische  Diagnostik. Eine Verlaufsdiagnostik wird während der gesamten Behandlungsdauer fortgeschrieben. Am Behandlungsende werten wir die Therapie mit den Patienten aus.
Verschiedene Behandlungselemente stehen zur Verfügung und werden im Folgenden kurz darstellt.

 

Gruppen- und Einzeltherapie

In der Gruppenpsychotherapie können Probleme der Patienten in spezifischer Weise bearbeitet werden. Durch den Gruppenprozess kann insbesondere dysfunktionales Beziehungsverhalten verstanden, reflektiert und verändert werden. Mitmenschliche Unterstützung, das Erleben unterschiedlicher Perspektiven und auch die Wahrnehmung der mit Konflikten oder Beziehungsmustern verbundenen Gefühle erlauben eine veränderte Beziehungsgestaltung zu anderen und zu sich selbst. Selbstachtung, Vertrauen, Intimität oder Selbstbehauptung entwickeln sich und werden erlebbar. Bedürfnisse können ausgedrückt werden. Soziale Kompetenz  kann so ver- bzw. gebessert werden. Mit Hilfe der anderen Gruppenteilnehmer und der Therapeuten können individuelle Belastungssituationen „entschärft“ und die Fähigkeit Probleme zu lösen, verbessert werden.
Die Einzelpsychotherapie bietet die Möglichkeit, in einem geschützteren Rahmen Themen zu vertiefen und den Therapieverlauf individuell abzustimmen.

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Ergo- und Kunsttherapie

Die Ergotherapie bietet Patienten die Möglichkeit, durch unterschiedliche Materialien wie z. B. Farbe, Ton, Papier oder Stein, mit Vorgabe oder auch frei, eigenes Erleben zum Ausdruck zu bringen.

In der Kunsttherapie können in Gruppen- und Einzeltherapie persönliche Einstellungen und innerpsychische Verarbeitungsstrategien sowie zwischenmenschliche Beziehungsmuster durch den Ausdruck über das Material deutlicher als über sprachliche Prozesse erlebt werden. Dabei dienen der Gestaltungprozess und das Gestaltungsergebnis auch als anschauliche Klärungs- und Reflektionsgrundlage.

Der kreativ-schöpferische Zugang ermöglicht für einige Patienten einen leichteren und unmittelbareren Einstieg in eigenes emotionales Erleben und eine Annäherung an konflikthaft erlebte Themen, aber auch ein Wiederentdecken von Ressourcen.

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Musiktherapie

Für die Musiktherapie stehen verschiedene Instrumente bereit. Es sind keine musikalischen Vorkenntnisse erforderlich. Das gemeinsame Musizieren auf den unterschiedlichen Instrumenten ist als ein gemeinsames Handeln und Tun zu verstehen, bei dem u. a. typische Beziehungsgestaltungen erlebbar werden.
So können in der Gemeinschaft verbindende Klänge entstehen. Es ist aber auch möglich, über das Musizieren Abgrenzung von anderen zu verdeutlichen.
Das gemeinsam Musizierte wird anschließend besprochen, so dass das vom Patienten Dargestellte und Erlebte eingeordnet werden kann. Mögliche Parallelen zur individuellen Problematik können hergestellt werden.

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Körpertherapie

Einen sehr unmittelbareren Zugang zum Menschen bietet sein Körper. Durch körpertherapeutische Übungen in kleinen Gruppen kann das aktuelle Befinden positiv beeinflusst werden. Der Körper wird als etwas Wichtiges und fürsorglich zu Behandelndes erlebt. Weitere Ziele können auch die Verbesserung von Körperschemastörungen, die Sensibilisierung für Körpergrenzen und das Erleben eines positiven Körpergefühls sein.

 

Aromapflege und Entspannungsverfahren

Auf der Station bieten wir das Erlernen der Progressiven Muskelrelaxation nach Jacobsen sowie die Aromapflege an. Beide Verfahren dienen dazu, das Befinden steuern zu lernen, die Genussfähigkeit zu fördern, sowie Freude an Entspannung zu finden.

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Physiotherapie

Hier kommen krankengymnastische Maßnahmen, z. B. bei orthopädischen Problemen, Muskelverspannungen und Schmerzen, ebenso wie Massagen und Bäder zur Anwendung.

 

Medikamentöse Therapie

Je nach Krankheitsbild kann es erforderlich werden, medikamentöse Behandlungsmaßnahmen unterstützend mit einzubeziehen. Ein solches Vorgehen wird eng mit dem Patienten abgestimmt. Die Medikation kann unter der täglichen Beobachtung optimiert werden.

Sollten Patienten bereits vor der Aufnahme Medikamente einnehmen, ist es wichtig, uns dies mitzuteilen. Die jeweiligen Medikamente werden dann von uns während des stationären Aufenthaltes weiter verordnet.

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Psychoedukation


Patienten benötigen ausführliche Informationen zu Krankheitsbildern, therapeutischem Vorgehen und gesundheitsförderlichem Verhalten, um sich im Behandlungsprozess - und bei der späteren Lebensbewältigung- zu orientieren, Sicherheit zu erfahren und fundierte Entscheidungen treffen zu können. Im Rahmen von Informationsvorträgen mit ausführlicher Diskussion und durch Informationsmaterial wollen wir dazu beitragen.

 

Milieu- und Soziotherapie

Wir unterstützen unsere Patienten bei der Gestaltung des Zusammenlebens und der Umsetzung von Aktivitäten auf der Station. Dazu gehören gemeinsames Kochen, gemeinsame Unternehmungen und Verabredungen. Dadurch sollen positive Aktivitäten aufgebaut und die Möglichkeit, Gelerntes auszuprobieren, gegeben werden.

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Weitere therapeutische Ansätze

Je nach Symptomatik bieten wir spezifische therapeutische Ansätze an, z. B. gezieltes Training bei Angststörungen, Stabilisierungstechniken im Rahmen von Posttraumatischen Belastungsstörungen oder eine aktivierende therapeutische Methodik bei depressiver Symptomatik.

 

Therapeutische Gemeinschaft

Das therapeutische Vorgehen ist wesentlich von dem Gedanken der sogenannten therapeutischen Gemeinschaft geprägt. Die von uns behandelten Patienten betrachten wir als eine Lern- und Lebensgemeinschaft auf Zeit, die mit dem therapeutischen Personal in einem ständigen Austausch steht. Im Umgang mit Mitpatienten und dem Personal wird Gelegenheit gegeben, sich zu erleben, wahrzunehmen und Beziehungen angemessen zu gestalten.
Eine Voraussetzung dafür ist der wertschätzende und respektvolle Umgang miteinander. Rückmeldungen zum eigenen Verhalten durch Mitpatienten können auf dieser Grundlage ein wertvoller und die Therapie voranbringender Beitrag sein. Das Stationsmilieu verstehen wir auch als therapeutisch begleitetes „Übungsfeld“ für den Umgang mit zwischenmenschlichen Schwierigkeiten, die sonst z.B. am Arbeitsplatz oder in der Familie auftauchen.
Fragen des Miteinanders auf der Station haben in der Stationsversammlung und dem Plenum einmal in der Woche Raum. Hierbei handelt es sich um Gruppen, in denen sich alle auf der Station befindlichen Patienten gemeinsam mit Teilen des therapeutischen Personals versammeln. Alle die therapeutische Gemeinschaft betreffende Vorgänge können besprochen und geregelt werden.

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Therapievertrag


Durch das therapeutische Team werden die Patienten in der manchmal schwierigen Therapiezeit fürsorglich begleitet. Wir wünschen uns von den Patienten eine regelmäßige Teilnahme an den Therapien und den Mut, sich in der Behandlung mit eigenen Sorgen, Ängsten, Zweifeln oder möglicherweise auch negativen Gefühlen mitzuteilen.
Zu Beginn werden dabei gemeinsam Problemfelder identifiziert und angemessene therapeutische Ziele für den Behandlungszeitraum erarbeitet.
Ziele und Behandlungsschritte werden regelmäßig unter den Teammitgliedern kommuniziert, um eine kontinuierliche Arbeit an den verabredeten Zielen zu gewährleisten.
Von den Patienten praktiziertes ausweichendes Verhalten wird von uns thematisiert. Ausweichendes Verhalten kann z. B. das Meiden von Therapien oder das verspätete Erscheinen sein. Ein solches Verhalten erschwert den Behandlungsprozess. Durch die Bearbeitung/Auseinandersetzung wird ein konstruktives Miteinander erlebbar und wichtige Lernerfahrungen werden möglich.

Wir halten (wie im Alltagsleben auch) einen erholsamen Ausgleich zur manchmal auch anstrengenden Therapie für wichtig. Wir weisen die Patienten -auch zu ihrem Schutz- auf diese Notwendigkeit hin und unterstützen sie bei verschiedenen Aktivitäten im Freizeitbereich.

Der Konsum von Alkohol und Drogen ist in der Klinik verboten. Darüber hinaus erwarten wir einen Konsumverzicht nicht nur im stationären Rahmen, sondern während des gesamten stationären Aufenthaltes.

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Entlassung

Bei Patienten, die sich bereits in einer ambulanten psychotherapeutischen, psychiatrischen oder hausärztlichen Behandlung befinden, sind wir bemüht, uns mit ihrem ambulanten Vorbehandler in Verbindung zu setzen und diesen in die Behandlung einzubeziehen.
Wichtige Fragen, die die medikamentöse Weiterbehandlung, die berufliche Wiedereingliederung und die medizinische oder berufliche Rehabilitationsmaßnahmen betreffen, werden gemeinsam abgestimmt.
Wir bieten u.a. Nachsorgegruppen für den Übergang von der stationären Behandlung in den Alltag und bis zum Beginn einer ambulanten psychotherapeutischen Weiterbehandlung an.
Bei Einverständnis der Patienten informieren wir Weiterbehandler gern zum Verlauf und den Ergebnissen der stationären Therapie und zu den geplanten weiteren Schritten.

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Dr. phil. Hardy Gutknecht

Pschologischer Psychotherapeut
Therapeutischer Leiter

St.-Annen-Str. 15
27239 Twistringen

Tel.: (0 42 43) 415-0
Fax: (0 42 43) 415-30 209
E-Mail: h.gutknecht@st-ansgar-klinikverbund.de

 

Martina Döpkens

Stationsleitung

St.-Annen-Str. 15
27239 Twistringen

Tel.: (0 42 43) 415-30 170
Fax: (0 42 43) 415-30 209
E-Mail: psychiatrie@st-ansgar-klinikverbund.de